Enterprise PIM mit Stibo Systems: CPQ für Millionen von SKUs

Fachliche Implementierungsanalyse
MJ

Autor: Martin Johansen

Founder, Mercura CPQ — basierend auf realen Implementierungsprojekten

Die folgenden Einschätzungen basieren auf meiner Erfahrung aus CPQ-Implementierungsprojekten im industriellen Umfeld.

In großen Enterprise-Umgebungen reicht ein einfaches PIM oft nicht aus – hier sprechen wir von Master Data Management (MDM). Unser Kunde, ein globaler Konzern der Elektrotechnik mit über 2,5 Millionen konfigurierbaren SKU-Varianten, nutzte Stibo Systems (STEP) als zentrale Datendrehscheibe.

Das Zielbild

Das erklärte Ziel des Projekts war es, eine globale CPQ-Lösung (SAP CPQ) einzuführen, die den Vertrieblern weltweit ermöglicht, Schaltschränke und komplexe elektronische Anlagen zu konfigurieren. Dabei musste Stibo STEP die einzige Quelle für Marketinginformationen, Übersetzungen (in über 20 Sprachen) und regulatorische Metadaten sein. SAP S/4HANA bildete die kaufmännische Basis.

Datenflüsse und Architektur

Bei einem Volumen von mehreren Millionen Artikeln verbietet sich eine Echtzeit-API-Abfrage bei jedem Klick im Konfigurator. Wir entschieden uns für einen robusten, mehrstufigen Ansatz:

  1. Nächtliche Deltas: Stibo pusht alle geänderten Produktdaten und Übersetzungen in eine Azure Data Lake Infrastruktur.
  2. Indexierung für CPQ: Das SAP CPQ greift auf einen schnellen In-Memory-Index zu, der aus diesen Daten gebildet wird.
  3. Konfiguration: Wenn ein Kunde im Webportal oder ein Vertriebler im System konfiguriert, liegen die Informationen millisekundenschnell vor.

Die größte Hürde: Daten-Governance

Das technische Setup war anspruchsvoll, aber die wahre Herausforderung bestand in der Governance. Wer darf ein “technisches Merkmal” anstoßen, das eine Konfigurationslogik ändert? In Stibo Systems etablierten wir hierfür strikte Workflows. Ein Produktmanager konnte einen Text ändern, aber die Änderung einer elektrischen Spannung unterlag einem vier-Augen-Prinzip zwischen Konstruktion (SAP) und Datenpflege (Stibo), bevor es ans CPQ freigegeben wurde.

Fazit

Die Verbindung von Stibo Systems und SAP CPQ ist ein Setup für die Champions League. Die Implementierung dauerte fast ein dreiviertel Jahr, aber das Ergebnis ist eine kugelsichere, hochskalierbare Vertriebsmaschine, die selbst den komplexesten Anforderungen der globalen Elektrotechnik-Industrie gerecht wird.

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