CPQ und Pimcore: Die zentrale Wahrheit für Produktdaten im Vertrieb

Fachliche Implementierungsanalyse
MJ

Autor: Martin Johansen

Founder, Mercura CPQ — basierend auf realen Implementierungsprojekten

Die folgenden Einschätzungen basieren auf meiner Erfahrung aus CPQ-Implementierungsprojekten im industriellen Umfeld.

Die Stammdatenpflege ist bei variantenreichen Produkten im Maschinenbau oft eine der größten Bremsen bei der Einführung eines CPQ-Systems. Die technische Grundlage bildet häufig ein ERP-System wie SAP, doch wenn es um Marketingdaten, Detailbilder oder umfassende technische Beschreibungen geht, stößt das ERP an seine Grenzen. Hier kam in unserem jüngsten Projekt Pimcore als PIM-System ins Spiel.

Die Ausgangslage: Fragmentierte Produktdaten

Unser Kunde, ein Mittelständler im Bereich Spezialkomponenten, hatte mit ständigen Fehlern in den Angeboten zu kämpfen. Während die Basis-Teile im ERP gepflegt waren, lagen Bilder, Datenblätter und ausführliche Produkttexte verstreut über Netzwerklaufwerke, Excel-Listen und Sharepoint. Für den Vertrieb bedeutete das: mühsames Zusammensuchen bei jedem einzelnen Angebot.

Der Ansatz: Pimcore als Engine für das CPQ

Die Entscheidung fiel darauf, Pimcore als “Single Source of Truth” für sämtliche nicht-transaktionalen Produktdaten zu etablieren. Das CPQ-System bezieht nun über eine direkte Schnittstelle (via API) in Echtzeit Bilder, Merkmalsbeschreibungen und Spezifikationen aus Pimcore.

Sobald der Vertriebsmitarbeiter im CPQ ein Bauteil konfiguriert, werden die passenden Visualisierungen und technischen Daten direkt aus dem PIM geladen. Das ERP (SAP) wird lediglich noch für die Preis- und Lagerbestandsprüfung herangezogen.

Herausforderungen in der Integration

Eine wesentliche Herausforderung war die Synchronisierung der Datenstrukturen. Pimcore bietet fantastische Flexibilität bei der Anlage von Datenmodellen, doch diese müssen exakt auf die Konfigurationslogik des CPQ-Systems abgestimmt sein. Wir mussten sicherstellen, dass die Vererbung von Attributen in Pimcore korrekt im CPQ-Regelwerk interpretiert wird.

Ergebnis und Ausblick

Nach einer Projektlaufzeit von rund fünf Monaten waren die Systeme nahtlos verbunden. Der Vertrieb profitiert nun nicht nur von einer fehlerfreien Konfiguration, sondern generiert auf Knopfdruck ansprechende, mit Datenblättern versehene Angebote. Die Pflege von Produkttexten liegt nun vollständig im Marketing, während sich die Konstruktion auf die technischen Parameter im Rahmen des ERP beschränkt. Dies hat den internen Kommunikationsaufwand erheblich minimiert.

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